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Wie konntest Du nur?
Als ich noch ein Welpe war, unterhielt ich Dich mit meinen Possen und brachte Dich zum Lachen. Du nanntest mich Dein Kind, und trotz einer Anzahl durchkauter Schuhe und so manchem abgeschlachteten Sofakissen wurde ich Dein bester Freund. Immer, wenn ich böse war, erhobst Du Deinen Zeigefinger und fragtest mich "Wie konntest Du nur?". Aber dann gabst Du nach und drehtest mich auf den Rücken, um mir den Bauch zu kraulen.
Ich errinnere mich an jene Nächte, in denen ich mich im Bett an Dich kuschelte und Du mir Deine Geheimnisse und Träume anvertrautest, und ich glaubte, das Leben könnte schöner nicht sein. Gemeinsam machten wir lange Spaziergänge im Park, drehten Runden mit dem Auto, holten uns Eis (ich bekam immer nur die Waffel, denn "Eiskrem ist schlecht für Hunde", sagtest Du), und ich döste stundenlang in der Sonne, während ich auf Deine abendliche Rückkehr wartete.
Allmählich fingst Du an, mehr Zeit mit Deiner Arbeit und Deiner Karriere zu verbringen und auch damit, Dir einen menschlichen Gefährten zu suchen.
Offener Brief eines Hundes an sein Ex-Herrchen
Am Morgen bist Du sehr früh aufgestanden und hast die Koffer gepackt.Du nahmst meine Leine, was war ich glücklich! Noch ein kleiner Spaziergang vor dem Urlaub, hurra! Wir fuhren mit dem Wagen und du hast am Straßenrand angahalten, die Tür ging auf und Du hast ein Stöckchen geworfen. Ich lief und lief, bis ich den Stock gefunden und zwischen meinen Zähnen hatte. Ich rannte los, aber als ich zurückkam, warst Du nicht mehr da! In Panik bin ich in alle Richtungen gelaufen, um Dich zu finden, aber vergebens. Ich wurde immer schwächer von Tag zu Tag. Ein fremder Mann kam, legte mir ein Halsband um und nahm mich mit. Bald befand ich mich in einem Käfig und wartete auf Deine Rückkehr, aber du bist nicht gekommen. Dann wurde der Käfig geöffnert. Nein, Du warst es nicht - es war der Mann, der mich gefunden hatte. Er brachte mich in einen Raum - es roch nach Tod! Meine Stunde war gekommen. Geliebtes Herrchen, Ich will, dass Du weisst, dass ich mich trotz des Leides, welches Du mir angetan hast, noch stets an dein Bild erinnere. Und falls ich noch einmal auf die Erde zurückkommen könnte - ich würde auf Dich zulaufen,
denn ich hatte Dich lieb!
Tot einer Unschuldigen!
11.02.07) TOD EINER UNSCHULDIGEN
Ich ging zu einer Party, Mami, und dachte an Deine Worte. Du hattest mich gebeten, nicht zu trinken, und so trank ich keinen Alkohol. Ich fühlte mich ganz stolz, Mami, genauso, wie Du es vorhergesagt hattest. Ich habe vor dem Fahren nichts getrunken, Mami, auch wenn die anderen sich mokierten. Ich weiß, dass es richtig war, Mami, und dass Du immer recht hast. Die Party geht langsam zu Ende, Mami, und alle fahren weg. Als ich in mein Auto stieg, Mami, wusste ich, dass ich heil nach Hause kommen würde: aufgrund Deiner Erziehung - so verantwortungsvoll und fein. Ich fuhr langsam an, Mami, und bog in die Strasse ein. Aber der andere Fahrer sah mich nicht, und sein Wagen traf mich mit voller Wucht. Als ich auf dem Bürgersteig lag, Mami, hörte ich den Polizisten sagen, der andere sei betrunken. Und nun bin ich diejenige, die dafür büßen muss. Ich liege hier im Sterben, Mami, ach bitte, komm' doch schnell. Wie konnte mir das passieren? Mein Leben zerplatzt wie ein Luftballon. Ringsherum ist alles voll Blut, Mami, das meiste ist von mir. Ich höre den Arzt sagen, Mami, dass es keine Hilfe mehr für mich gibt. Ich wollte Dir nur sagen, Mami, ich schwöre es, ich habe wirklich nichts getrunken. Es waren die anderen, Mami, die haben einfach nicht nachgedacht. Er war wahrscheinlich auf der gleichen Party wie ich, Mami. Der einzige Unterschied ist nur: Er hat getrunken, und ich werde sterben. Warum trinken die Menschen, Mami? Es kann das ganze Leben ruinieren. Ich habe jetzt starke Schmerzen, wie Messerstiche so scharf. Der Mann, der mich angefahren hat, Mami, läuft herum, und ich liege hier im Sterben. Er guckt nur dumm. Sag' meinem Bruder, dass er nicht weinen soll, Mami. Und Papi soll tapfer sein. Und wenn ich dann im Himmel bin, Mami, schreibt "Papis Mädchen" auf meinen Grabstein. Jemand hätte es ihm sagen sollen, Mami, nicht trinken und dann fahren. Wenn man ihm das gesagt hätte, Mami, würde ich noch leben. Mein Atem wird kürzer, Mami, ich habe große Angst. Bitte, weine nicht um mich, Mami. Du warst immer da, wenn ich Dich brauchte. Ich habe nur noch eine letzte Frage, Mami, bevor ich von hier fortgehe: Ich habe nicht vor dem Fahren getrunken, warum bin ich diejenige, die sterben muss?
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ANMERKUNG: Dieser Text in Gedichtform war an der Springfield High School (Springfield, VA, USA) in Umlauf, nachdem eine Woche zuvor zwei Studenten bei einem Autounfall getötet wurden.
Unter dem Gedicht steht folgende Bitte: JEMAND HAT SICH DIE MÜHE GEMACHT, DIESES GEDICHT ZU SCHREIBEN. GIB ES BITTE AN SO VIELE MENSCHEN WIE MÖGLICH WEITER. WIR WOLLEN VERSUCHEN, ES IN DER GANZEN WELT ZU VERBREITEN, DAMIT DIE LEUTE ENDLICH BEGREIFEN, WORUM ES GEHT.
unde
Ein kleiner alter Rüde... Einer nach dem Anderen geht an meinem Käfig vorbei. Nimmt mich Jemand mit, lässt mich Jemand frei? Zu alt, zu verbraucht, zu abgenutzt, auf keinen Fall, taugt nicht mehr für Lauf und Spiel mit dem Ball....
Ein kleiner alter Rüde, krank von Arthrose und Schmerz. Es scheint, für mich gibt es keinen mehr mit Herz. Ich hatte mal ein Zuhause und auch ein Bett. Einen warmen Platz und Futter - so nett. Nun wird mein Fang grau und mein Augenlicht schwach. Wer möchte einen Hund, so alt und so schwach. Meine Familie entschied, ich sollte nun weg. Ich war im Weg, meine Haltung hatte keinen Zweck.
Ganz gleich welcher Grund in den Sinn ihnen kam, es war nicht recht, dass man mein Leben mir nahm. Nun sitz ich im Käfig. Tagaus und tagein finden jüngere Hunde ein neues Daheim.
Als ich, fast am Ende, schon den Glauben verlor, sahst du mein Gesicht und Hoffnung kam empor. Du sahst durch das Grau und die vom Alter gebeugten Beine und sagtest mir, dass jenseits des Käfigs die Sonne noch scheine.
Du nahmst mich nach Hause, gabst mir Futter und einen Platz zum Leben, teiltest dein Kissen mit meinem armen müden Kopf daneben. Wir schmusen und spielen und du sprichst lieb mit mir. Du liebst mich so innig und zeigst es auch hier.
Auch wenn ich viele Stunden mit Anderen verbracht habe, so ist deine Liebe zu mir eine besondere Gabe. Ich verspreche die Liebe zurückzugeben, in meinem gesamten restlichen Leben.
Wir werden Wochen oder Jahre miteinander überstehen. Wir teilen ein Lächeln und ich werde dich weinen sehen. Und wenn der Abschied kommt für mich und dich, weiß ich, dass du weinst und dein Herz trauert um mich.
Wenn ich dann die Brücke erreiche, ganz frisch, sind meine Gedanken bei dir an deinem Tisch. Und ich werde stolz prahlen vor Allen und Jedem, von der Person, die meine letzten Tage erfüllte - mein Leben.
-Autor unbekannt -

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